Aktueller Impuls

Geh aus mein Herz und suche Freud, in dieser lieben Sommerszeit an deines Gottes Gaben...

Diese Aufforderung hinaus in die Natur zu gehen, die Seele baumeln zu lassen oder einfach sich selbst etwas Gutes zu tun, ist für jeden von uns in der momentan etwas befremdlichen und so anderen Zeit besonders wichtig.

Wenn ich mir eine Freude mache und es mir gut geht, dann  kann ich auch Freude weiterschenken!

Ein Kreislauf der Freude

Eines Tages kommt ein Landwirt, den der Bruder Pförtner gut kennt. In der Hand hat er eine große Weintraube mit herrlich gelben saftigen Beeren. „Bruder Pförtner, ich habe die schönste Weintraube aus meinem Weinberg mitgebracht. Raten Sie mal, wem ich damit eine Freude machen will?“

Der Bruder überlegt. „Wahrscheinlich dem Abt oder sonst einem Pater, ich weiß es nicht.“ “Ihnen!“- „Mir?“ Sie haben an mich gedacht?“ Er findet kaum Worte. “Ach ja“, sagt der Bauer glücklich, „wir sprechen so oft miteinander, und ich brauche so oft ihre Hilfe, warum soll ich Ihnen nicht mal eine Freude machen?“ Und die Freude, die er im Gesicht des anderen sieht, die macht ihn selbst innerlich froh.

Der Abt freut sich wirklich. Und als er abends einen älteren Pater in seinem Zimmer besuchen will, da kommt ihm der Gedanke: „Den kannst du sicher mit dieser Traube frohmachen.“ So wandert die Traube weiter. Schließlich bringt sie ein Mönch wieder zum Bruder Pförtner, um ihm eine Freude zu machen. Er wusste natürlich nicht, dass die Weintraube von ihm ausgegangen war. So hat sich der Kreis geschlossen. Ein Kreis der Freude.

Gekürzt aus: Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten Bd. 1.
Impuls von Regina Stocker. 

 

Eine hoffnungsvolle Begegnung oder auch nicht?!

Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragte er ihn:" Was verkaufen Sie mein Herr?" Der Engel antwortete freundlich:" Alles, was sie wollen."

Der junge Mann begann aufzuzählen:" Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und... und..."

Da fiel ihm der Engel ins Wort:" Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen."

Die Hoffnung :

sie beflügelt ,

verleiht  Kraft,

gibt Schwerem eine Leichtigkeit

und lässt  den  Blick nach  vorne richten!

Regina Stocker

 

Im Davonlaufen begleitet

Es ist zum Davonlaufen! Diesen Spruch haben bestimmt viele von Ihnen schon öfter auf der Zunge oder im Herzen gehabt: es ist doch wirklich zum Davonlaufen! Das etwas nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. Dass ich mich im Moment nicht wie sonst mit Menschen treffen darf, die mir wichtig sind. Dass ich meine Eltern oder Großeltern im Pflegeheim nicht besuchen darf, obwohl es uns beiden so gut täte. Dass Nähe nur irgendwie auf Distanz möglich ist. Dass mein Arbeitsplatz bedroht ist. Die Liste ließe sich in dieser Corona-Krise lange fortsetzen.
Es ist zum Davonlaufen! Das mögen auch die beiden Jünger gedacht haben, als sie sich am Ostertag auf den Weg gemacht haben. Bloß weg aus Jerusalem! Raus aus dem Ort der Katastrophe, nur irgendwie Abstand gewinnen, in der Hoffnung, dass sich im Gehen und im Reden manches klärt.
Ich kann mir richtig vorstellen, wie die beiden unterwegs sind. Wie mit Scheuklappen, ins Gespräch vertieft, mit schnellen Schritten, fast wie auf der Flucht.
Und dann kommt ein Dritter hinzu. Ich weiß nicht, ob sich die Jünger darüber gefreut haben. Wenn ich in ein ernstes Gespräch vertieft und eh schon völlig durcheinander bin, dann ist mir das unangenehm, wenn ein Fremder dazukommt, weil ich mich gestört fühle. Aber der Fremde stellt die richtigen Fragen. Zurückhaltend und behutsam. Und er hört zu. Die Jünger erzählen, wer Jesus für sie war, was sie mit ihm erlebt haben und wie ihre Hoffnung, die sie auf ihn gesetzt hatten, mit ihm am Karfreitag gestorben ist. Und seit dem Morgen neues Durcheinander: Das Grab ist leer, der Leichnam weg, und die Frauen erzählen irgendwas von Engeln und Auferstehung. Kann man ihnen glauben oder ist das nur Geschwätz? Schließlich haben sie Jesus selbst ja nicht gesehen! Vielleicht ist für die Jünger auch diese Ungewissheit zum Davonlaufen!
Aber Jesus erklärt ihnen ganz geduldig noch einmal, was sie eigentlich schon wissen, aber noch nicht glauben können. Er richtet ihre trägen Herzen auf und sie spüren: Dieser Fremde tut uns gut. Wie schön wäre es, wenn er noch bei uns bliebe. Sie essen mit einander. Und im Lobpreis und im Brotbrechen gehen ihnen die Augen auf und sie erkennen, wer die ganze Zeit mit ihnen unterwegs war: der auferstandene Herr.
Dieses Erkennen dauert nur einen Augenblick. Und so wie Maria Magdalena den Auferstandenen nicht festhalten kann, so entzieht sich Jesus auch jetzt wieder. Aber das scheint nicht mehr wichtig zu sein: Die Jünger sind dem Auferstandenen begegnet, und das genügt. Sie sind neu in Bewegung gekommen, auch in ihrem Herzen, und mit dieser Lebendigkeit machen sie sich auf den Heimweg. Und sie erkennen auch: in unserem Davonlaufen war er dabei.

Liebe Schwestern und Brüder,
ja, manchmal ist das Leben zum Davonlaufen! Manchmal möchte oder kann ich nicht rechts und links schauen und bin gefangen in dem, was mich beschäftigt. Aber die Emmausgeschichte schenkt mir Hoffnung: Bestimmt geht unerkannt schon einer mit. Einer, der auch auf Wegen bei mir bleibt, die planlos erscheinen mögen. Einer, der mich erzählen lässt, was gerade so zum Davonlaufen ist. Einer, der zuhören kann. Einer, der die richtigen Fragen stellt. Einer, der geduldig noch einmal erklärt, was ich vielleicht im Kopf schon weiß und im Herzen im Normalfall auch glaube, was sich jetzt in der Krise aber noch einmal neu als glaub-würdig erweisen muss. Einer, der mein Herz neu in Bewegung bringt. Einer, der sich zu erkennen gibt in kleinen Zeichen. Das genügt. 

Martina Fuchs

Im Gotteslieb findet sich unter der Nr. 325 ein wunderbares Lied zur Emmausgeschichte. Sie können es oben in einer Aufnahme des Chors der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg anhören.
 

 

Erstkommunion 2020

Eigentlich würden die Kinder unserer Seelsorgeeinheit an diesem und am kommenden Sonntag ihre Erstkommunion feiern. Eigentlich. Wegen der Corona-Krise mussten wir das Fest absagen. Es wird nachgeholt, natürlich. Wann, wissen wir noch nicht. Die Vorbereitungen liegen auf Eis.

Die Kinder haben sich auf diesen Tag gefreut und müssen nun Geduld haben, bis die Gruppenstunden weitergehen können und wir tatsächlich Erstkommunion feiern.

In diesen Tagen kommen mir auch Erinnerungen an meine eigene Erstkommunion vor 30 Jahren. Ich weiß noch, dass ich ganz schön aufgeregt und gespannt war. Wie würde es tatsächlich sein, das Heilige Brot zum ersten Mal zu empfangen? Was würde ich fühlen? Und natürlich habe ich mich auch auf das große Familienfest gefreut.

 

Seit Beginn der Corona-Krise können wir nicht mehr miteinander Gottesdienste feiern, nicht mehr die Kommunion empfangen. Es ist gut, dass es viele Angebote gibt, online oder im Fernsehen mitfeiern zu können und zumindest virtuell entsteht Gemeinschaft. Aber trotzdem ist es anders. Wo wir bisher in großer, manchmal vielleicht auch zu großer Selbstverständlichkeit Eucharistie gefeiert haben, spüren wir jetzt, dass uns etwas fehlt. So lernen wir vielleicht auch, die Kommunion neu zu schätzen.

Und so stellt sich mir die Frage: Wie wird unsere „Erst-Kommunion“ nach der Krise sein? Wie wird es sein, wenn wir uns das erste Mal wieder als Gemeinde treffen, Eucharistie feiern und die Kommunion empfangen können?

Martina Fuchs

 

In diesen Tagen...

Palmsonntag

Ein Schlüssel für das Leben

Ein herrlicher Frühlingstag - Palmsonntag 2020

Die Sonne lockt nach draußen, Menschen unterschiedlichen Alters bewegen sich einzeln, zu zweit oder aber in der Familie mit Fahrrädern, spazieren, sitzen auf Bänken und genießen die Sonnenstrahlen.

Und doch rührt es einen seltsam an. Eine große Anspannung ja etwas beängstigendes, Unsicherheiten auf beiden Seiten sind zu spüren.

Ein normaler Sonntag? Nein - kein normaler Sonntag. Eigentlich beginnt heute die Karwoche mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Spuren des Jubels und der Freude sind momentan nur in der Fantasie und eigenen Vorstellungskraft. Eine Prüfung für uns alle oder einfach ein Virus, welches um sich greift?

Wir werden auf die Probe gestellt, Einschränkungen auszuhalten, füreinander aber anders da zu sein, durch den Abstand sich gegenseitig nahe zu sein und auch die Einsamkeit aushalten zu lernen.

Jesus hatte damals auch allerlei Prüfungen zu bestehen.

Entscheiden wir uns für den Lebensstil Jesu, dann müssen wir darauf gefasst sein, dass uns Hindernisse in den Weg gestellt werden. Sicher wird das Gute früher oder später angegriffen. Wir sollten dabei nicht erschrecken oder uns wundern.

Wie hat er gelebt? Wie hat er die schwierigsten Momente, die Tage des Leidens bewältigt?

Er hat sich dem Vater ganz anvertraut und somit jeden Moment mit Liebe erfüllt. So war es unmöglich, dass der Tod das letzte Wort hatte.

Ich wünsche dir…

…jeden Tag einen Moment Zeit für dich allein.

Damit du dir begegnest, dir in die Seele schaust.

Und damit du inne hältst zwischen dem hastigen Tun und Wollen.

Möglicherweise gelingt dir eine neue Sichtweise des Bisherigen?

Regina Stocker

 

 

Auf ein Wort

Gerade noch voller Pläne. Jetzt Stillstand. Pause. Kaum Kontakt. Vakuum. Zero. Für wie lange? Auf absehbare Zeit? Die Zahlen der Infizierten und der Opfer steigen täglich. Und der Feind, dieses unsichtbare Gespenst, hat einen Namen: Corona. Bleibt uns viel mehr als der besorgte und angstvolle Blick in eine ungewisse Zukunft?

Da gibt es in Deutschland das weltweit beste Gesundheitssystem. Da gibt es eine stabile Wirtschaftskraft. Da gibt es eine breite Solidargemeinschaft. Da gibt es eine aufopfernde Ärzteschaft. Da gibt es Pflegerinnen und Pfleger, die in ihrer Arbeit nicht nachlassen (und das trotz schlechter Bezahlung)! Da gibt es eine große Forschungskompetenz. Und… da gibt es das Wissen, dass die Menschheit schon viele dunkle Zeiten von Seuchen und Epidemien gestärkt überstanden hat. Zugegeben: Niemand kann uns heute seriös einen Zeitpunkt nennen, wann wir mit einem – gebändigten - Virus leben, und wann wir wieder zur Tages-Ordnung übergehen können.

Tages-Ordnung? Was bedeutet das? Ist es das gewohnte Streben nach immer mehr? Immer weiter? Immer schneller weiter auf dem Weg der Gewinnmaximierung? Auf Teufel komm raus? Ohne Rücksicht auf Verluste? Auf Verluste zwischenmenschlicher Beziehungen? Auf alles das, was in unserem Zusammenleben doch so existenziell wichtig ist und bleibt!?

Aktuell scheint alles wie gelähmt oder wie in Zeitlupe versetzt. Aber kann Entschleunigung – wenn auch nicht freiwillig gewählt - für Viele nicht auch ein Zeit-Geschenk sein? Zeit zum Innehalten, zur Regeneration der Seele und geistreicher Konzentration auf das Wesentliche. Zeit dafür, dass wir unsere Tages-Ordnung neu überdenken sollten.

Lasst uns diese Zeit nützen! Für unser Leben nach Corona. Denn das gibt es ganz bestimmt. Und wenn diese Zeit tatsächlich auch etwas Gutes haben könnte, dann dies: Manchmal wird einem schlagartig klar, wozu man lebt.

CARPE DIEM!

 

PS: Dass Pilatus seine Hände in Unschuld wusch, kann man in der Bibel nachlesen. Jetzt kommt aus Rom ein weiterer Hinweis zur aktuellen Handhygiene, die einer Überlegung wert ist. Dass Händewaschen in diesen Tagen zur Virenbekämpfung dient, weiß mittlerweile Jeder. Die Dauer dieses Vorgangs entspricht exakt einem Vater unser. Probieren Sie´s aus. 

Knut Landsgesell

 

Auf die Nähe Gottes vertrauen

Irgendwo in einem Krankenhaus lag ein kleiner Junge, der operiert werden sollte. Der Vater hatte ihn ins Krankenhaus gebracht und versuchte nun dem Kleinen Mut zu machen. “Vater“, sagte der Junge, „ich habe gar keine Angst, wenn du bei mir bleibst.“ Da sagte der Vater: „Gut, ich bleibe bei dir.“ Der Arzt erlaubte es, und so setzte sich der Vater neben sein Kind, das nun auf dem Operationstisch lag. Als der Junge betäubt werden sollte, sah er nochmals den Vater an und sagte: „Vater, bist du da? Dann begann die Narkose zu wirken.

„Nun können sie gehen“, meinte der Arzt, als der Kleine eingeschlummert war, und die Operation beginnen sollte. „Nein“, antwortete der Vater, „ich habe meinem Jungen versprochen, bei ihm zu bleiben, und so möchte ich auch bleiben.“ „Gut, dann bleiben sie!“ Die Operation gelang. Als der Junge aus der Narkose erwachte, hielt der Vater immer noch seine Hand. Da lächelte der Junge und sagte ganz leise:“ Vater, du bist da?“ und schlief wieder ein. Er wusste, sein Vater blieb bei ihm.

Das Urvertrauen des Kindes- Vertrauen welches uns manchmal  im Laufe des Lebens auch etwas verloren   gegangen   ist. Wir dürfen Vertrauen schöpfen so wie dieser kleine Junge, denn die Hand welche uns hält, wird nicht zurückweichen und uns alleine lassen, wenn wir Halt suchen.

Dieses „Vertrauen  können“ ist  wie ein Rettungsschirm, besonders wenn in unserem Leben Last und Leid, Trauer und Hoffnungslosigkeit   von uns Besitz ergreifen. Gottes Hand  die beschützt, uns  umschließt , uns Halt und Sicherheit  und Wärme gibt!

Fühle dich gehalten von Gottes Hand!

Regina Stocker
Sulzbach

 

Gedankenfragmente in bewegt gelähmter Zeit

Heute musste ich raus.
Eine Tagesetappe auf dem Jakobusweg
von Schwäbisch Hall nach Murrhardt gehen.
Die gelbe Muschel auf blauem Grund hat mich geführt.
So konnte ich meine Gedanken kommen lasssen,
meine Geschwindigkeit gehen,
meinen Atem genießen.

Ich musste an die Menschen denken,
die um Atem ringen,
die unter Atemnot leiden,
Asthmatiker, trachitomierte und intubierte Menschen.
Intensiv behandelte Menschen. Infizierte Menschen.
Menschen im Krankenhaus, wo ich arbeite,
Freunde und Bekannte

Gott aber senkte seinen Atem in den Menschen,
dass er lebendig würde.
So steht es im Anfang der Bibel
und so geschieht es zu Beginn
von jedem neuen Menschenleben.
Gott, nimm deinen Atem nicht von uns.
Lass uns aufatmen unter deinem Geist, Gott.
Atme du in uns, wo wir schwach sind.
Bitte.

Um mich herum ist das blühende Leben,
Gesang der Vögel um mich her,
mein Schritt verlangsamt sich beim Anblick
eines Rotkehlchens, das mich ebenfalls gesehen hat.
Wir sind ein Teil der Natur, die uns trägt.
Danke.

Ich komme bei der uralten Wallfahrtskirche von Rieden an.
Tausende Menschen sind über Generationen hierher gekommen.
In schwerer Zeit und in ausgestandener Not.
Um zu bitten und um zu danken.
Heute bin ich alleine hier.
Die Kirche ist geschlossen.
So sitze ich auf der Steinmauer und schaue sie von außen an.
Es ist zwölf Uhr mittags, die Sonne hat den Zenit erreicht.

Die Turmuhr schlägt die Zeit.
Was aber ist die Zeit, meine Zeit?
Die Zeit der Menschen, mit denen ich verbunden bin?
Die Zeit der Menschheit?

Meine Zeit ruht in deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir,
du schenkst Geborgenheit.
So klingt ein Kirchenlied in mir.

Versammlungen sind nicht erlaubt.
Vielleicht gerade deshalb nun eine Zeit der Sammlung.
Sammlung in sich selbst, im innersten Innern.
Das wissen die Religionen,
das weiss man bei Kriseninterventionen:
Sammle dich in dir selbst,
denn dort ist deine Quelle.

Während ich Sprudel trinke
kommt mir noch ein Gedanke,
dass diese Quelle gespeist wird aus:
Selbstbescheidenheit, Geduld und Hingebung.

Ich erhebe mich und gehe weiter:
Das Jakobsweg-Zeichen ist immer noch da
und geleitet mich.
Es wurde von Menschen angebracht,
die mir eine gute Wegführung wünschten.

Das wünsche ich nun uns allen:
einen guten Weg!
Manchen Wegabschnitt müssen wir
allein bestehen.
Doch einsam sind wir nicht,
denn der Geist und Atem Gottes
sind in uns.

Martin Stierand
Krankenhaus-Seelsorger am Rems-Murr-Klinikum Winnenden,
Familienvater und Opa

„Auf ein Wort“

Die Corona-Krise zeigt mit kriegsähnlichen Symptomen wie unser freiheitlicher Drang immer stärker eingeschränkt zu werden droht. Viele unserer europäischen Nachbarn haben bereits drastische Maßnahmen wie die allgemeine Ausgangssperre ausgerufen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann auch wir uns in den häuslichen vier Wänden isoliert sehen. Wie lange diese Einschränkung dann unser soziales Leben beherrschen und belasten würde, bleibt eine derzeit unbeantwortete Frage.

Übertriebenes Untergangsszenario? Hoffnungsloses Stimmungstief? Es verbietet sich in diesen schwierigen Zeiten sowohl das eine wie das andere. Alle negativen Gedanken ziehen uns noch weiter runter, jede Verniedlichung konterkariert dagegen die Virus-bekämpfenden Maßnahmen.

Jetzt haben wir Zeit inne zu halten, zu entschleunigen und sich vielleicht wieder einmal bewusst zu machen, wie komfortabel sich unser Leben bislang gestalten ließ. Und vielleicht hilft jetzt ein dankbarer Rückblick, um hoffnungsvoll und optimistisch auch wieder Zukunftsperspektiven erkennen zu können!?

Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass Sie sich das Urvertrauen bewahren, das wir aus unserem Glauben schöpfen dürfen. Und dass GOTT uns gerade in scheinbar ausweglosen Situationen Halt geben kann, wenn wir auf unterschiedlichste Weise beten: das muss nicht unbedingt das Vater unser, nicht unbedingt ein Gegrüßet seist du Maria  sein. Auch und gerade ein freundliches aufmunterndes Gespräch mit einem Mitmenschen, ein längst überfälliger Anruf, die Hilfsbereitschaft an der einen oder anderen Stelle und manchmal schon ein kleines freundliches Lächeln kann dann beten sein.

Seien Sie behütet in dieser unserer Zeit.

Ihr Pfarrer Jose