Aktueller Impuls

Begreift ihr, was ich an euch getan habe?

Diese Frage stellt Jesus den Jüngern, nachdem er ihnen nach dem Mahl die Füße gewaschen hat. Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Gerade eben? Vorhin bei Brot und Wein? Seit ihr mit mir unterwegs seid?

Begreifst du Mensch in der Karwoche 2021, was ich an dir getan habe? Erkennst du, wo ich für dich da war? Spürst du, dass ich an deiner Seite bin, wenn Corona mit seinen Einschränkungen und Herausforderungen an deinen Nerven zehrt, dir Angst macht, dich Kraft kostet, dir die Hoffnung raubt? Wenn du leidest, wie und woran auch immer?

Ich bin für dich da, dienend, nährend wie Brot und Wein. Deine Angst nehme ich mit hinein in mein Beten in Gethsemane. Deine Leiden trage ich mit auf dem Kreuzweg. Dein Leiden ist auch das meine. Begreifst du, was ich an dir tue?

M.F.

Masken

Masken begegnen uns schon in der Zeit der Antike als Totenmasken. Die wohl berühmteste Maske aus dieser Zeit ist die Totenmaske von Tutanchamun.

Masken dienen unterschiedlichen Aufgaben, wie dem Verwandeln in eine andere Person oder in ein anderes Wesen, zur Anbetung bei rituellen Tänzen von Schutzgottheiten, um böse Geister abzuschrecken, aber auch als Schutzmaske wie z.B. unter Wasser oder beim Fechten.

Grundsätzlich kann ich eine Maske tragen, sie absetzen oder aber auch bewusst darauf verzichten.

In der aktuellen Situation kommt da automatisch der Gedanke an die Maske zum Schutz vor Corona ins Spiel. Hier sollte ich die Maske natürlich  verantwortungsvoll meinen Mitmenschen gegenüber aber auch für mich selbst einsetzen.

Die aktuelle Zeit im Kirchenjahr, unsere Fastenzeit bietet uns dafür Gelegenheit, mich zu demaskieren, ehrlich mit mir selbst aber auch dem anderen gegenüber zu sein. Dazu gehört auch, dass ich mir eingestehe, wo ich Fehlentscheidungen getroffen habe, Unwahrheiten verbreitet habe oder auch einfach den bequemsten Weg bei meinen Entscheidungen gewählt habe.
Habe ich hier mehr an meinen persönlichen Vorteil gedacht, und mich hinter einer Schutzmaske versteckt oder habe ich gar eine andere Identität angenommen?

Der  Karneval  (welcher ja aus bekannten Gründen ausfiel) lebt vom Verkleiden und Tragen von Masken. Die Fastenzeit - 40 Tage bis Ostern - bietet uns jetzt die Gelegenheit,
unsere Maske abzulegen,
Farbe zu bekennen,
n mich zu gehen,
um auch in mir Ordnung „zu machen“. (Frühjahrsputz)

Hab Mut und lege bewusst DEINE MASKE ab.      

Regina Stocker 

 

Corona-Gebet

Guter Gott, 
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken. 
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird. 
Da ist jetzt schon dein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben: Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles, unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste, tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt - auch in dunklen Zeiten. 
Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht und behüte uns in dieser Zeit. Amen. 

Schweizer Liturgisches Institut, Ursula Schumacher