Aktueller Impuls

Sommerliche Düfte

Ein Sommertag mit schwüler Wetterlage treibt mir Schweißperlen auf die Stirn.

Ich befinde mich auf einem Spaziergang zwischen Mittagessen und Kaffee.

Plötzlich ziehen über mir schwarze Gewitterwolken am Himmel auf. Im Minutentakt wechselt das Wetter gefolgt durch einen böigen Wind, welcher eine angenehme Frische bringt. Die frische Luft duftet wie eine kühle Meeresbrise.

Gefolgt von dieser Windböe weht ein herrlicher Duft von frisch Gegrilltem um meine Nase. Hmmm

Der weitere Weg führt vorbei an wunderschönen Kleingärten mit Blumen und frischem Grün. Aufgrund der dunklen Wolkendecke zeigt sich der Garten in leuchtenden Farben. Zweige mit Rosen ragen über den Gartenzaun und umhüllen meine Nase mit einen betörenden Duft. Darauf folgt ein Gartenstück mit dem Duft nach frisch gemähtem Gras.

An all diesen Düften konnte ich teilhaben und sie genießen.

                                                       Aufatmen

 …mit allen Sinnen die Natur genießen! Dafür darf ich mir einfach auch mal bewusst Zeit nehmen. Schön, dass wir mit dieser Vielfalt von Sinnen ausgestattet sind.    

Regina Stocker

 

 

Auf ein Wort

Stehen auch wir schon wieder vor einem Lockdown? Die neuesten beunruhigenden Nachrichten von einem Fleischverarbeitungsbetrieb aus NRW, der ebenfalls laxe Umgang mit Abstands- und Hygienemaßnahmen von Tennisprofis beim  gerade absolvierten Adria-Cup mit enorm hoher Infektionsrate und nicht absehbarer Ausbreitung, lassen dieses Schreckens-Szenario nicht ausschließen.

Da lob ich mir die strikte Einhaltung aller Vorschriften bei der Durchführung von Gottesdiensten in unserer Seelsorgeeinheit. Und seien sie manchmal auch schwierig zu verstehen und lästig einzuhalten: Maskenpflicht, Abstand halten und vorherige Anmeldung sowie geordneter Zugang unter Kontrolle eines Willkommensteams. Denn diese kommunikative Form von Seelsorge kann nur durchgeführt und wahrgenommen werden, wenn während des Gottesdienstes das Ansteckungsrisiko gegen Null geht. Respektvolles Miteinander und gegenseitige Rücksicht sind und bleiben dabei oberstes Gebot. Sich solidarisch zu verhalten ist manchmal nicht einfach, aber gerade in diesen schwierigen Zeiten unabdingbar für das Gemeinwohl.  

Besser als Dr. Peter Kottlorz*, Senderbeauftragter der Katholischen Kirche am Südwestrundfunk, kann Solidarität nicht beschrieben werden, wenn er sagt:

Geld oder Leben? Das war die Überschrift eines Artikels in meiner Tageszeitung.  Er hat sich mit der existentiellen Frage befasst, vor der die Bundesregierung am Anfang der Corona-Pandemie gestanden hat: Schützen wir die Wirtschaft und lassen wir die Räder weiterlaufen oder schützen wir die Menschen und halten die Räder an?

Und es war eine so richtige wie gravierende Entscheidung sich für den Stillstand zu entscheiden. Denn es gab auch Stimmen, die ein „sozialverträgliches Frühableben“ der Hochrisikogruppen für vertretbar hielten, damit die Wirtschaft nicht an die Wand gefahren wird. Ich bin heilfroh, in einem Land zu leben, das sich auch dann für das Leben entscheidet, wenn der Preis dafür sehr hoch ist. Und Frauen und Männer in politischen Führungspositionen zu haben, die sich dem Prinzip der Solidarität verpflichtet fühlen, wenn es ernst wird. Was überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wo doch das „Jeder ist sich selbst der Nächste“ in immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft gedrungen ist. Und jetzt bei den Verteilungskämpfen um die Staatshilfen schon wieder zu sehen war.

Aber gerade diese Krise hat doch gezeigt, dass die Summe von Einzelinteressen kein Gemeinwohl hervorbringt. Am brutalsten in Amerika, wo es kein Gesundheitssystem gibt, das auf dem Gemeinwohlprinzip beruht, so wie bei uns, nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“. Selbst wenn ich gesund bin, zahle ich meinen Beitrag, für die, die krank sind. Und werde versorgt, wenn ich es bin. Dieses Solidaritätsprinzip werden wir in nächster Zeit auch in anderen Bereichen brauchen. Wenn die Nachwirkungen des wirtschaftlichen Stillstands voll zur Geltung kommen, wird Solidarität der Schlüssel sein. Der Schlüssel zur Erholung der Wirtschaft und zum sozialen Frieden.

Das heißt: Jeder wird Abstriche machen müssen. Und die, die keine machen müssen, weil sie von der Krise profitiert haben, sollten etwas von ihrem Gewinn abgeben. Und niemand sollte den Blick auf den Menschen neben sich und auf’s Ganze verlieren. Dann, und nur dann werden wir diese Krise auch gut überstehen. Wirtschaftlich, sozial und menschlich.

Denn im Wort Solidarität steckt das Wort solide. Und das heißt: unerschütterlich, fest und tragfähig.“ (Ende des Beitrags)

Schauen wir also hoffnungsvoll in die Zukunft, die wir nur gemeinsam gestalten und meistern können. Und manchmal entsteht – aus der Not geboren - in solchen Zeiten sogar wunderbar Schönes. Ich persönlich empfinde beispielsweise die musikalischen Beiträge von der Empore in St. Maria als echten Genuss und hoffe, dass diese zur ständigen Einrichtung werden und nicht mit Corona verschwinden.  

Bleiben Sie gesund. Und behütet. In Gottes Namen.

Knut Landsgesell
*Quelle: kirche-im-swr.de, Beitrag vom 8. April 2020

 

Geh aus mein Herz und suche Freud, in dieser lieben Sommerszeit an deines Gottes Gaben...

Diese Aufforderung hinaus in die Natur zu gehen, die Seele baumeln zu lassen oder einfach sich selbst etwas Gutes zu tun, ist für jeden von uns in der momentan etwas befremdlichen und so anderen Zeit besonders wichtig.

Wenn ich mir eine Freude mache und es mir gut geht, dann  kann ich auch Freude weiterschenken!

Ein Kreislauf der Freude

Eines Tages kommt ein Landwirt, den der Bruder Pförtner gut kennt. In der Hand hat er eine große Weintraube mit herrlich gelben saftigen Beeren. „Bruder Pförtner, ich habe die schönste Weintraube aus meinem Weinberg mitgebracht. Raten Sie mal, wem ich damit eine Freude machen will?“

Der Bruder überlegt. „Wahrscheinlich dem Abt oder sonst einem Pater, ich weiß es nicht.“ “Ihnen!“- „Mir?“ Sie haben an mich gedacht?“ Er findet kaum Worte. “Ach ja“, sagt der Bauer glücklich, „wir sprechen so oft miteinander, und ich brauche so oft ihre Hilfe, warum soll ich Ihnen nicht mal eine Freude machen?“ Und die Freude, die er im Gesicht des anderen sieht, die macht ihn selbst innerlich froh.

Der Abt freut sich wirklich. Und als er abends einen älteren Pater in seinem Zimmer besuchen will, da kommt ihm der Gedanke: „Den kannst du sicher mit dieser Traube frohmachen.“ So wandert die Traube weiter. Schließlich bringt sie ein Mönch wieder zum Bruder Pförtner, um ihm eine Freude zu machen. Er wusste natürlich nicht, dass die Weintraube von ihm ausgegangen war. So hat sich der Kreis geschlossen. Ein Kreis der Freude.

Gekürzt aus: Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten Bd. 1.
Impuls von Regina Stocker.