Ostersteine

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In diesen Tagen der Corona-Krise begegnen uns viele Steine. Steine der Sorgen: Wie geht es weiter? Wann können die Einschränkungen wieder gelockert werden? Wie wird unser Leben nach der Krise aussehen? Steine der Einsamkeit, weil Besuche nicht möglich sind. Steine der Angst: Wie kann ich mich selbst und meine Lieben vor dem Virus schützen? Geht das überhaupt? Bleiben wir alle gesund? Wie geht es weiter am Arbeitsplatz? Steine der Traurigkeit, weil wir spüren, dass uns die Kontakte zu den Kindern und Enkeln, zu den Eltern, Großeltern oder Freunden fehlen. Steine der Trauer, weil der Abschied von einem geliebten Menschen zur Zeit nicht so möglich ist, wie wir es uns wünschen würden und weil der Verlust dann noch stärker schmerzt. Steine der Langeweile: Was fange ich an mit der vielen Zeit? Was mache ich, wenn die vielen Aktivitäten des Alltags wegfallen? Steine des Genervtseins, wenn in den Familien plötzlich viele Menschen ungewohnt viel Zeit mit einander verbringen und sie nur eingeschränkt gestalten können.

All das sind Steine, die uns das Leben im Moment schwerer machen als sonst und die wir von uns aus nicht einfach wegräumen können.

Wer könnte uns diese Steine wegwälzen?

In unserer Kirchengemeinde ist es Brauch, dass wir am Karfreitag, wenn wir das Kreuz verehren, dort einen Stein ablegen als Zeichen für all das Schwere, das wir mitbringen und das wir selbst nicht lösen können. Schweres, das uns Lebens-Räume verschließt. Wir bringen diese Steine, weil wir glauben, dass der Tod, dass das Kreuz nicht das Ende ist. Wer wird uns unsere Steine wegwälzen? Wir können weitergehen und der Verheißung trauen: Gott lässt uns nicht allein. Er ist da, auch im Dunklen und Schweren. Er durchlebt und durchleidet das Dunkle und Schwere mit uns. Und wie die Frauen am Ostermorgen werden auch wir hinblicken und sehen dürfen, dass der Stein weggewälzt ist.

 

Unsere Ministranten und Kommunionkinder haben kleine Steine als Hoffnungssteine bemalt. Sie liegen ab dem Gründonnerstag in der Kirche vor dem Kreuz bzw. vor dem Altar für Sie zum Mitnehmen bereit. Lassen Sie sich von ihnen einladen, alles Schwere und Steinige in Ihrem Beten vor Gott zu bringen und gleichzeitig der Hoffnung von Ostern zu trauen!

 

Ihnen allen wünschen wir von Herzen gesegnete Kartage und von der Hoffnung getragene Ostern!